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Fragen und Antworten

Wie muss ich mir einen "Zoom-Kurs" vorstellen?
Ein Zoom-Kurs ist ein Online-Kurs mit der kostenlosen Software Zoom. Man braucht dafür einen PC mit Webcam oder einen Laptop (da ist sie eingebaut) oder ein Tablet. Zur Not, aber wirklich nur zur Not, geht es sogar mit einem Handy. Man bekommt per Mail einen Link zugesandt, auf den man dann nur klicken muss, wenn die Kursstunde gekommen ist. Dann wird man automatisch eingeloggt. Alles ganz einfach und es gab noch nie unlösbare Probleme dabei. Diese Kursform ermöglich auch Gespräche, Fragen und Antworten, bessere Detailsicht auf Arbeitsmaterialien (Seekarten) und auch die Arbeit mit einem Funksimulator. Außerdem wird jede Stunde aufgezeichnet und gespeichert und jeder Teilnehmer kann sie sich später noch mal anschauen. Gut nicht nur für Schichtarbeiter... Und hier man sich Ausschnitte von aufgezeichneten Kursstunden auch mal anschauen!

Wer muss was machen?
Der Kandidat: Er meldet sich beim Kursleiter und besorgt sich alles Lehrmaterial selbst und spendet seinen Beitrag für die DGzRS. Er meldet sich auch selbst beim Prüfungsausschuss (PA) für die Prüfung an. Er lernt und lernt und lernt und nimmt dann an der gemeinsamen praktischen Prüfung (SBF) beim ESV an der Hamme teil. Für die Theorie meldet er sich, so lange es noch Corona-Einschränkungen gibt, bei einer vom Prüfungsausschuss angesetzten und durchgeführten Theorieprüfung in Bremen oder an anderem Ort in Deutschland oder Europa an.
Der Kursleiter: Er bereitet die Kandidaten auf die Prüfung vor, indem er erklärungsbedürftige Themen aufgreift und anhand des Lehrbuches bearbeitet. Damit fördert er das Verstehen und erleichtert damit das Lernen. Nicht erklärungsbedürftige Themen (Schilder, Gesetze, Naturschutz usw.) werden kurz überflogen und dann von den Teilnehmern eigenständig gelernt. Er macht Fahrstunden mit den Teilnehmern, übt die Knoten und erklärt, was in der Prüfung dran kommt und wie sie abläuft. Bei der Praxisprüfung ist er als Schiffsführer mit auf dem (Motor-)Prüfungsboot. Er leitet die Segelausbildung, die sich wesentlich länger und intensiver gestaltet als die Motorausbildung.
Der Prüfungsausschuss: Er ist vom Ministerium beauftragt, Prüfungen durchzuführen. Dazu muss man sich beim ihm rechtzeitig anmelden (spätestens eine Woche vor Prüfungstermin), die nötigen Gebühren überweisen und sich zum richtigen Termin bei der Prüfung einfinden. Bei Fragen zur Prüfung gibt der PA gerne telefonisch Auskunft. Achtung: In Bremen gibt es zwei Prüfungsausschüsse! Bitte den "richtigen" kontaktieren (den vom Deutschen Segler-Verband DSV)!

Kurs und Spende
Meine Bemühungen sind gratis (aber hoffentlich nicht umsonst!), aber für die DGzRS erwarte ich pro Kurs eine Spende von 50 Euro (beim FKN Pyroschein 30 Euro). Mehr ist erlaubt, wird aber nicht erwartet. Pro Kurs. Wer also SBF-See und SBF-Binnen belegt, der belegt 2 Kurse. Ausnahme beim Kurs für die Funkzeugnisse SRC und UBI: 2 Funkzeugnisse, aber 1 Kurs. Grund: weniger umfangreich und man muss eh beide Zeugnisse in der Praxis haben. Wer trotzdem nur den UBI (auf Deutsch) machen will, kann das machen, und klinkt sich dann nur zu den UBI-Einheiten ein. Ist aber nicht zu empfehlen, denn selbst, wenn man SRC nicht machen will oder schon hat: man lernt doch eine Menge dabei!

Amtliche Scheine und Verbandsführerscheine - was ist der Unterschied?
Ein Führerschein für Pkw oder Motorrad ist ein amtlicher Führerschein. Man muss eine rechtlich klar definierte Prüfung vor einem von einem Ministerium bestellten Prüfer ablegen. Das stellt sicher, dass von allen Kandidaten dieselben Fähigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden. Und weil man die dann amtlich nachgewiesen hat, gilt man rechtlich, z.B. vor Gericht, als Person, die amtlich bestätigt Sachkenntnis nachgewiesen hat. Solche amtlichen Führerscheine können bei Fehlverhalten auch entzogen werden. Wenn beispielsweise wegen Alkoholmissbrauchs ein Sportbootführerschein eingezogen wird, dann ist der Autoführerschein auch gleich mit betroffen. Die Logik dahinter: Wer nicht verantwortungsvoll Boot fahren kann (vielleicht mit 250 PS), der kann das mit dem Auto auch nicht. Es gilt übrigens auch umgekehrt. Ein Verbandsführerschein hingegen wird von einem sportlichen Fachverband ausgestellt, vom Deutschen Seglerverband beispielsweise. Da gibt es etwa den "Jüngstenschein" oder von manchen Segelschulen den "Segel-Grundschein". Früher gab es den "Segelschein A" für Binnengewässer, der aber durch den amtlichen "Sportbootführerschein Binnen unter Segel" abgelöst wurde. Diese Verbandsführerscheine haben keine amtliche Funktion. Vielleicht kann man mit ihnen im Urlaub irgendwo eine kleine Jolle mieten, aber als Fähigkeitsnachweise im juristischen Sinne können sie nicht gelten. Es gibt keine amtlichen Prüfer, vielmehr sind es Vereinsmitglieder, die diese Scheine abnehmen und ausstellen. Hier werden deshalb nur Kurse für die amtlichen Führerscheine SBF-Binnen und SBF-See angeboten.

Warum gibt es die SBF als Plastikkarte, die Seefunkzeugnisse aber nur als "Lappen"?
Kurze Antwort: Weil unterschiedliche Ministerien dafür zuständig sind. Der SBF wird vom Bundesverkehrsministerium verwaltet und die Seefunkzeugnisse von der Bundesnetzagentur (BNetzA). Da geht jedes Ministerium seinen eigenen Weg. Es wäre ja wirklich schön, wenn alle Zeugnisse und Führerscheine mal auf einer einzigen Karte digital erfasst wären. Aber so lange noch Ämter mit Fax arbeiten ist daran wohl nicht zu denken....

Was ist der Unterschied zwischen SBF-Binnen und SBF-See?
Es gibt mehrere Unterschiede. Zunächst einmal der Geltungsbereich, entweder See- oder Binnen-schifffahrtsstraßen. Der zweite Unterschied ist, dass SBF-See umfangreicher und "schwerer" ist, weil z.B. die Navigation darin gelernt werden muss. Dazu gibt es bei der Prüfung auch eine Seekartenaufgabe mit 9 Unteraufgaben zu lösen. Vergleichbares hat der SBF-Binnen nicht. Dafür viel Kleinkram, der einfach gelernt werden muss. Und es gibt, z.B. bei der Betonnung, einen Denk-Unterschied bei Binnen und See: Binnen "denkt" (und betonnt) immer von der Quelle zur Mündung, See betonnt von der See in die Flüsse hinein. Querverbindungen in Wattengewässern etwa werden immer von Westen kommend her betonnt. Eine grüne Tonne ist nach Lesart Binnen eine "Backbordtonne", nach Lesart See eine "Steuerbordtonne".

Welchen SBF sollte man zuerst machen?
Das kommt drauf an. Startet man mit Binnen, fängt man mit dem leichteren Schein an. Ein schnelles Erfolgserlebnis. Dafür muss man aber, wenn man anschließend See macht, noch einmal die praktische Prüfung machen. Das liegt daran, dass die praktische Prüfung See geringfügig "schwerer" ist, weil man z.B. einen Kompasskurs fahren muss oder eine Peilung machen muss (sehr leicht!). Will man also "ökonomisch" herangehen, macht man erst See und dann Binnen. Man spart sich die praktische Prüfung Binnen (und damit auch die Kosten dafür).

Kann man auch beide SBF- Scheine gleichzeitig machen?
Kann man, aber man muss es sich gut überlegen. Denn es gibt dann viel Lernstoff zu bewältigen. Hilfreich sind da Apps beim Lernen. Früher habe ich davon abgeraten, aber inzwischen haben so viele meiner Kursteilnehmer erfolgreich beide parallel gemacht, dass ich sagen kann: es geht! Man muss sich nur darüber klar sein, dass man dann "Biss" braucht und regelmäßig lernen muss. Sollte man aber in einer Teilprüfung durchfallen, dann ist das auch kein Problem. Ohne Sperrfrist kann man die Teilprüfung jederzeit nachholen. Dieses Risiko gehen manche ein und sie fahren gut damit - finde ich.

Welches Lernmaterial brauche ich eigentlich?
Für jeden Kurs gibt es ein spezielles Lehrbuch. Das billigste ist das für die Funkzeugnisse (16,80 Euro) und das teuerste das für SBF-See (29 Euro). Bitte keine gebrauchten Bücher von eBay kaufen, weil das meist alte Auflagen sind und dann manches nicht mehr stimmt. Rechts am Rand seht Ihr die Bücher und könnt Euch schon mal das passende Lehrbuch besorgen. Und bitte ganz unten weiterlesen!

Welcher SBF-Schein ist der "Motorschein" und welcher der "Segelschein"?
Das gab's früher mal in dieser Bezeichnung. Heute sind die Sportbootführerscheine als Module organisiert. Es gibt ein Motor-Modul und es gibt ein Segel-Modul. Leider nicht konsequent durchgehalten. Denn den "Segelschein" kann man nur machen als "Sportbootführerschein Binnen unter Segel" - analog zu "Sportbootführerschein Binnen unter Motor". Segelteil geht also nur als Binnenschein, obwohl man damit auch "buten" segeln darf. Man darf ohnehin ohne jeden Schein segeln, buten wie binnen.

Warum braucht man dann überhaupt einen Segelschein?
Aus zwei Gründen. Erstens wird er verlangt, wenn man ein Segelboot leihen oder chartern will. Als Befähigungsnachweis. Und zweitens verhindert ein amtlicher Führerschein vor Gericht die "Beweisumkehr". Konkret: Werde ich mit meinem Segelboot in einen Unfall verwickelt und es kommt vor Gericht, dann bin ich mit amtlichem Segelschein eher auf der sicheren Seite. Ich habe nämlich meine Befähigung damit bereits nachgewiesen. Der Unfallgegner muss mir Fehler nachweisen, was bekanntlich schwerer fällt. Ohne amtlichen Schein muss ich zunächst einmal nachweisen, dass ich Kenntnisse habe und keine Fehler gemacht habe. Das kann problematisch sein, ist jedenfalls ein Risiko.

Was kostet so ein Sportbootführerschein eigentlich?
Da muss man unterscheiden zwischen den Prüfungsgebühren und den Kursgebühren. Die Prüfungsgebühren werden bundesweit geltend vom Ministerium festgelegt. Man kann sie herausfinden beim Prüfungsausschuss. Sportbootschulen und Wassersportvereine haben naturgemäß unterschiedliche Preise bzw. Kosten. Die einen leben davon als Gewerbe, die anderen wollen ehrenamtlich dafür sorgen, dass gut ausgebildete Skipper unterwegs sind und vielleicht auch mal jemand dann bei ihnen im Verein Mitglied wird. Das ist beim ESV auch so und ich als Ausbilder und Mitarbeiter der DGzRS (Seenotretter) möchte auch noch Spenden für die Seenotretter generieren, weil sie sich allein aus Spenden finanzieren. Und gut ausgebildete Skipper verursachen weniger Einsätze für die Seenotretter! Ansonsten braucht man noch ein Lehrbuch, bei See auch noch das Kartenbesteck zur Lösung der Seekartenaufgaben (zwei Kursdreiecke und ein Kartenzirkel), hilfreich sind Apps (nicht immer kostenlos, aber günstig) und zwei Stück Tauwerk zum Knotenüben.
Was ist eigentlich ein Prüfungsausschuss?
Prüfungsausschüsse gibt es beim Deutschen MotorYacht-Verband und beim Deutschen Segler-Verband. Sie wurden hoheitlich vom Bundesverkehrsministerium, bzw. von der Bundesnetzagentur (BNetzA - für Seefunkzeugnisse) eingesetzt. Vorsitzender und Prüfer sind erfahrene Nautiker. Da es aber zwei Ministerien sind und wir in Deutschland leben, war es bisher noch nicht möglich, Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse auf einer einzigen Chipkarte zu vereinigen. Seefunkzeugnisse gibt es auch bisher nur als "Lappen".

Welchen Prüfungsteil muss man zuerst machen: Theorie oder Praxis?
Hose wie Jacke. Egal. Es darf nur keine längere Zeit als ein Jahr dazwischen liegen. Man die Teile auch an unterschiedlichen Orten in der EG machen, Praxis am Mittelmeer und Theorie am Bottnischen Meerbusen oder sonstwo. Zählt EU-weit.

Was muss man alles einreichen zur Prüfungsanmeldung und wann?
Fangen wir mit dem Letzteren an: Spätestens eine Woche vor dem Prüfungstermin müssen die Unterlagen vorliegen beim PA und müssen die Gebühren bezahlt sein. Besser vorher. Was benötigt wird, darüber informiert wieder der Prüfungsausschuss auf seinen Seiten. Man kann aber alle Formulare dort auch downloaden. Dazu gehört erst einmal der Antrag selbst. Dann natürlich ein Passbild. Eine ärztliche Bescheinigung gehört auch dazu (dazu gleich mehr) und ggf. Kopien von anderen Führerscheinen bzw. Führerscheinmodulen.

Was hat es mit dem ärztlichen Zeugnis auf sich?
Früher ging man zu seinem Hausarzt, nahm das Formular mit und der prüfte, ob man hören und sehen kann (rot und grün beispielsweise auseinander halten kann), unterschrieb und gut war. Keine extra Kosten. Das war einmal - jedenfalls oft. Heute haben auch Ärzte darin eine Extra-Leistung erkannt und rechnen höchst unterschiedlich ab. Mir sind Kosten zwischen 20 und 120 Euro bei meinen Teilnehmern bekannt geworden! Einer war ohne das Formular dort erschienen und da der Arzt nicht wusste, was eigentlich zu checken ist, hat er erst mal General-Check vorgenommen - mit Blutbild und Belastungs-EKG. Absolut sinnlos und nicht gefragt und halt nur teuer. Deshalb unbedingt den Vordruck mitnehmen! Und bitte entweder doppelseitig ausdrucken oder, wenn man das nicht kann, beide Papierseiten mit den Rückenseiten zusammenkleben. Denn sonst zählt das nicht und man müsste jeder der beiden Seiten unterschreiben und stempeln lassen.

Was ist, wenn man durchfällt?
Keine Panik. Man bekommt zwar keinen Schein, aber auch keine Sperre. Und man muss auch nur die Teilprüfung nachholen, wo die Punkte nicht gereicht haben. Man kann schon am nächsten Tag wieder hingehen. Und es kostet dann auch nur sehr wenig. Wenn der Prüfer nach der Auswertung vor die Tür tritt und drei oder vier Kandidaten namentlich aufruft und zu sich bittet, dann sind das meist die Durchgefallenen. Der beruhigt sie dann und erklärt ihnen, dass sie wiederkommen dürfen. Wird man nicht aufgerufen, darf man schon halb frohlocken...

Und was ist mit den Knoten?
Eine Menge. Manche Leute nehmen das nicht ernst genug. Wird aber intensiv geprüft und bei mir kommt keiner davon, der nicht alle acht Knoten kann! Es ist nämlich furchtbar, was man an Bootsanlegern und auf Booten inzwischen so an "Knoten" zu sehen bekommt oder wie etwa Klampen belegt wurden! Mich graust es oft genug! Das ist Grund-Handwerk! Das muss man ordentlich können. Und man "kann" einen Palstek etwa nicht schon, wenn man ihn zufällig dreimal hintereinander richtig hinbekommen hat. Man kann ihn nur, wenn man mit 2 Promille ins Bett gegangen ist, dann um vier Uhr morgens geweckt wird, einen Tampen in die Hände bekommt und dann im Dunklen hinter dem Rücken damit einen Palstek stecken soll. Wenn das klappt, dann "kann" man den Knoten! Natürlich innerhalb von 30 Sekunden...

Lehrmittel
Die Lehrbücher für die verschiedenen Kurse werden rechts an der Seite angezeigt. Bitte immer die aktuelle Ausgabe verwenden. Erstens, weil sich immer mal was inhaltlich verändert und zweitens, damit wir alle auf denselben Buchseiten unterwegs sein können. Manchmal werden bei eBay Lehrbücher angeboten, die schon etwas älter sind. Davon ist abzuraten.
Zusätzlich zu den Lehrbüchern empfehlen sich Apps zum Lernen. Manche sind kostenlos, andere nicht. Ich empfehle keine besondere, weil die Kandidaten sie ganz unterschiedlich empfinden in ihrem Nutzen. Einfach mal ausprobieren, runterladen, installieren ausprobieren. Bei Nichtgefallen wieder löschen. Apps sind gnadenlos und legen alle Lernschwächen offen - und das ist gut so. Andererseits weiß man auch: wenn man alle Fragen richtig beantwortet, dann wird man auch die Prüfung bestehen! Und hat sogar noch etwas Luft nach unten...

Grundsätzlich gilt: Der Kursleiter hilft beim Verstehen und ordnet die Dinge nachvollziehbar ein, oft durch Geschichten und Erlebnisse aus der Praxis. Dabei bleiben viele "Kleinigkeiten" unerwähnt, die sich selbst erklären und einfach nur gelernt werden müssen, wie z.B. Hinweise auf Bücher, Gesetzeswerke usw. Bestehen wird man aber nur, wenn man zielorientiert übt und lernt. Allein dabei zu sein reicht mit Sicherheit nicht.